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EISERNES KREUZ 1.KLASSE 1813 NACHLASS des späteren preußischen Generalmajor Friedrich Georg Ludwig Freiherr von Gayl

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-Eisernes Kreuz 1.Klasse 1813, Eisenkern mit Silberzarge, an Nadel, einwandfreies verliehenes Originalexemplar der Fertigungsserie 1813-1815, probemässige Ausführung für Verleihungen ab 1814, elegante Form mit breitem Silberrand, Eisenkern aus einer hauchdünnen leicht gewölbten Gusseisenplatte (diese mittig tragebedingt gesprungen), Zarge mit feinster Riffelung, Rückenplatte mit dünner Nadel die etwas über den Kreuzarm hinausragt.
Ein identisches Stück wurde bei Andreas Thies in der 29.Auktion 2006 versteigert. Im Berliner Zeughaus befindet sich ebenfalls ein ganz ähnliches Stück.
Von denen bis 1817 vorgenommenen insgesamt 668 verliehenen Eisernen Kreuzen 1.Klasse sind nur ganz wenige erhalten geblieben.

-Paar zusammengehörige Pastellbilder alt gerahmt im vergoldeten Stuckrahmen hinter Glas (Größe Rahmen 29 x 32,5 cm, Größe Bild 21,5 x 25 cm)
1.Bild darstellend Friedrich Georg Ludwig Freiherr von Gayl als Major in Uniform des 2.Pommerschen Infanterie Regiment mit angelegten Orden Eisernes Kreuz 1813 erste und zweite Klasse, Kriegsdenkmünze 1813 / 1815, russischer St.Georgs Orden, St.Annen Orden 2.Klasse, rückseitig mit aufgeklebter Familiengeschichte

2.Bild darstellend Charlotte Sophie Concordie Barz, seit dem 17.9.1811 verheiratet mit Friedich Georg Ludwig von Gayl, rückseitig mit aufgeklebter Familiengeschichte

-Großes doppelseitges Patent für den Fähnrich des Kronprinzlichen Regiment zu Fuß zum Second Lieutenant vom 21.December 1795, komplett handgeschriebene Urkunde mit intaktem Siegel

-Petschaft der Familie von Gayl aus Messing mit feinst gravierten Familienwappen, anbei Papierdose mit altem Musterabdruck

-Gaylsche Familiengeschichte, wohl verfasst von Ernst Freiherr von Gayl im April 1892 mit insgesammt 173 handschriftlichen Seiten (in feiner lesbarer Schrift in Tinte ausgeführt und alt gebunden) sowie 36 weiteren beschrieben Seiten und einige eingefügte und beigefügte Abschriften, für die Zeit typisches leicht über DIN A 4 Format.
Es wird die Familiengeschichte vom 16.bis zum 19.Jahrhundert beschrieben wobei insbesonder auf die einzelnen Nachkommen und deren Kinder eingegangen wird. Besonders die Nachkommen mit militärischer Kariere werden eingehend dargestellt mit Dienstgraden, mitgemachte Gefechte und verliehene Orden. Auf ca.70 Seiten wird ausführlich auf die einzelen Laufbahnen und Kämpfe der Soldaten der Familie von Gayl während der Befreiungskriege eingegangen. Hochinteressant !!!

-große Blatt mit sieben handgezeichneten und colorierten Wappen der Familie von Gayl, Wappen der Eltern und Wappen der Schwiegertöchter, Größe 54,5 x 42,5 cm, sehr dekorativ

-zwei großformatige Fotos, einmal Farbfoto des Adlesbriefes ausgestellt von Jerome Napoleon König von Westphalen datiert wohl 1813, einmal Schwarzweißfoto eines prunkvollen Ehrengeschenk in Form eines großen Humpen vom Offizier Corps des Ersten Garde Regiment zu Fuß

Friedrich Georg Ludwig Freiherr von Gayl wurde am 4.2.1776 zu Marienburg als Sohn des Kasimir Wilhelm Ernst Freiherr von Gayl geboren. Er trat 1790 als Junker in das Regiment des Kronprinzen in Potsdam ein, 1793 Fähnrich, 1795 Secondlieutnant, 1806 Premierlieutnant. Er machte die Schlacht von Jena-Auerstedt am 14.10.1806 mit und wurde in Folge der Kapitulation von Prenzlau am 28.10.1806 inaktiv. Im Jahre 1809 schloss er sich den Schillschen Jäger Corps an in dem er bis zu dessen Auflösung gegen Napoleon kämpfte.
Im Jahre 1812 wird von Gayl Capitän und Companie Chef im 2.Pommerschen Infanterie Regiment mit dem er im Westphalen Corps auf der Seite Napoleons unter Marschall Macdonald den Feldzug gegen Russland mitmacht. In den Jahren 1813 bis 1815 wieder in preußischen Diensten kämpfte er in der Schlacht bei Groß Beeren am 23.8.1813, der Schlacht bei Dennewitz am 6.9.1813 und der Völkerschlacht bei Leipzig 16.-19.10.1813 (nach der Völkerschlacht wird er mit dem Eisernen Kreuz 2.Klasse 1813 ausgezeichnet und zum Major befördert). In der Schlacht bei Hoogstraten am 11.1.1814 wird er schwer verwundet und kommt erst wieder bei der Schlacht von Ligny am 16.6.1815 und in der Schlacht von Waterloo am 18.6.1815 zum Einsatz (nach den Kämpfen in den Niederlanden wird er mit dem Eisernen Kreuz 1.Klasse 1813, dem russischen St.Georgs Orden und der 2.Klasse des russischen St.Annen Orden ausgezeichnet und zum Kommandeur des Füsilierbataillons ernannt). 1827 erfolgte die Beförderung zum Oberst und 1828 die Ernennung zum Kommandeur des 31.Infanterie Regiment in Erfurt. Am 27.3.1831 wurde er als Generalmajor in den Ruhestand versetzt und starb in Berlin am 12.1.1853.
Sein älterer Bruder Wilhelm Ernst Bogislaw von Gayl wurde 1806 der Orden Pour le Merite verliehen. Er fiel bei der Völkerschlacht in Leipzig während der Erstürmung von Wachau am 16.10.1813.
Insgesamt sieben Söhne von Kasimir Wilhelm Ernst Freiherr von Gayl nahmen an den Befreiungskriegen teil von denen zwei gefallen sind und drei verwundet wurden. Auch spätere Familienmitglieder wurden hohe preußische Militärs und zeichneten sich in den folgenden Kriegen aus.

Herausragendes Konvout mit Eisernem Kreuz 1.Klasse von 1813 mit klarer und nachvollziehbarer Provinienz. Wohl nahezu einmalige Gelegenheit zum Erweb eines solchen Konvolutes.
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