Deutsch English
House of History
146966

ERBLANDMARSCHALLSTAB /ZEREMONIENSTAB des KÖNIGREICH HANNOVER des Reichsgrafen Ernst Herbert Graf zu Münster

, geschaffen von John Northam der Firma Rundell, Bridge & Rundell im Jahr 1816 aus 18 ct Gold und Email, zusammengesetzt aus drei zylindrischen Schäften in Gold, emailliert in hellblau mit erhabenen bekrönten Löwen "passant guardant" ausgespart und graviert, die Endstücke in Gold auf der einen Seite bekrönt von einem Löwen über der königlichen Krone von Grossbritannien in Gold, darunter das Motto des Hosenband Ordens Order of the Garter "Honi Soit Qui Mal Y Pense" und appliziert mit dem Wappen von Münster, neu bereichert durch einen Herzschild mit zwei gekreuzten Marschallstäben und zusätzlicher Helmzier, die Rückseite feinst graviert "GEORG PRINZ REGENT VON GROSS BRITANNIEN IRLAND UND HANNOVER ERTHEILTE NACH WEEDER HERSTELLUNG DER OEFFENTLICHEN RUHE BEFREYUNG UND ERWEITERUNG DER DEUTSCHEN STAATEN SEINER MAYESTAT DEM GRAFEN ERNST FRIDERICH HERBERTH VON MÜNSTER SEINEM STAATS UND CABINETS MINISTER DIE ERBLICHE MARSCHALL WÜRDE DES KONIGREICHS HANNOVER ZUR BELOHNUNG SEINER DIENSTE AM 12TEN AUGUST 1814", das Gegenstück mit dem "Sachsenross"' über der Krone von Hannover in Gold, darunter das Motto "NEC ASPERA TERRENT", appliziert mit dem königlichen Wappen von Grossbritannien und dem königlichen Monogramm unter königlicher Krone, gepunzt von John Northam, 18 ct, London und 1816, Länge 64 cm, Gewicht ca.765 Gramm, im orignal Verleihungsetui aussen bezogen in rotem Safianleder, innen ausgeschlagen mit cremefarbender Seide, der Marschallstab befindet sich bis auf wenige unbedeutende Emaillechips in einem hervorragenden Zustand

Dazu das große Portrait von Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster in Uniform und mit Erblandmarschallstab als Erblandmarschall des Königreich Hannover und Staats und Cabinets Minister in vollem Ordensschmuck unter anderem mit der übergroßen Kollane des Guelphen Orden als Ordenskanzler, gemalt Öl auf Leinwand durch Eduard Peter Stöhling in London 1822, Größe des doublierten Ölgemälde 104 x 135,5 cm, im späteren vergoldeten Holzrahmen der Größe 120 x 151 cm, wunderschönes Ölgemälde mit hervorragenden Details des Marschallstabes und der Orden

Das Konvolut Erblandmarschallstab und Ölgemälde des Ernst Graf zu Münster war zentrales Austellungsstück als Leihgabe in der großen Landesausstellung des Niedersächsischen Landesmuseum Hannover "Als die Royals aus Hannover kamen Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837" vom 17.Mai bis 5.Oktober 2014, der Ausstellung "Der Weg zur Krone Das Königreich Hannover und seine Herrscher" auf der Marienburg ab dem 30.April 2014 und der großen Landesausstellung des Braunschweigischen Landesmuseum "Wann ist ein Held ein Held ? Der Schwarze Herzog 1815/2015" ab dem 22.Mai 2015. Die entsprechenden Ausstellungskataloge werden dem Käufer übergeben, ebenso wie die noch vorhandenen Leihvertäge mit den Museen.

Lebensweg des Grafen zu Münster (1766 - 1839):
Nach dem Jurastudium in Göttingen, bei dem Ernst von Münster auch die Bekanntschaft der drei jüngsten Söhne König Georgs III. (1738-1820) machte, trat er 1788 als Auditor in den Dienst der Justizkanzlei in Hannover. Seit 1791 Hof- und Kanzleirat, wurde er mit der Familie 1792 in den Grafenstand (zu Münster) erhoben. 1793 und 1794-1798 begleitete Münster im Auftrag des Königs dessen Sohn August Friedrich, den späteren Herzog von Sussex (1773-1843), auf Reisen durch Italien. 1801-1804 als Botschafter nach St. Petersburg entsandt, wurde er 1805 als Staats- und Kabinettsminister bei der Person des Königs zum Leiter der Deutschen Kanzlei in London ernannt. Nach dem Sturz Napoleons vertrat Münster als Bevollmächtigter des Prinzregenten und späteren Königs Georg IV. (1762-1830, Regent 1810-1820) auf dem Wiener Kongress (18.9.1814-9.6.1815) erfolgreich die Interessen Hannovers. Das Kurfürstentum wurde unter beträchtlichen Gebietserweiterungen zum Königreich erhoben. Bereits vor der Teilnahme am Kongress hatte der Regent Graf Münster am 12. August 1814 die Würde des Erblandmarschalls in der neugeschaffenen Ständeversammlung des Landes verliehen. Als außerdem zugesagte Dotation von 6000 Thalern jährlicher Einkünfte wählte Münster das seit 1803 säkularisierte Kloster Derneburg, das ihm am 31. März 1815 geschenkt wurde. Die Erhebung in den Fürstenstand lehnte der Graf ab. Der 1816 gefertigte Erblandmarschallstab wurde erst 1817 überreicht, wie aus der von Wilhelmine Gräfin zu Münster für die Kinder verfassten Biographie ihres Mannes hervorgeht: "Am 14t [Juli] hatte Münster lange beim Regenten referirt, da gab der Regent ihm den Hannoverschen Erblandmarschallstab auf die freundlichste Weise." Nachdem das Ansehen des Staats- und Kabinettministers wegen seiner restaurativen Einstellung in der Öffentlichkeit schwand, wurde er von König Wilhelm IV. (1765-1837) und seinem Statthalter in Hannover, Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge (1774-1850), 1831 zum Rücktritt aufgefordert. Zurückgezogen auf Schloß Derneburg lebend, nahm er noch das Amt des Erblandmarschalls der hannoverschen Stände wahr, das er an seinen Sohn Georg Herbert vererbte. Von einer Dame gefragt, wie er den Landmarschallstab trage, antwortete Ernst zu Münster: "Das kann ich machen, wie ich will. Früher habe ich das Pferd oben gehalten. Das hat mich ja nun abgeworfen, so will ich künftig den Löwen oben halten."

Die House of History GmbH bietet diesen Artikel im Auftrag des Eigentümers an.
500000,00 €
Suche im Katalog
Login
Warenkorb